Bewusstes Atmen

Bewusstes Atmen

Bewusstes Atmen

Bewusstes Atmen wirkt.

Willkommen beim Teil 2 aus unserer Interviewserie mit Herrn Magister Peter Zellermayer über die für uns alle sehr wichtige Bedeutung des Atmens für unsere aktive Gelassenheit und vor allem für unsere bessere Gesundheit.

Noch einmal zur Einstimmung:
Ich glaube Atmen wird von vielen Menschen aktiv gar nicht beachtet. Außer man ist gerade 12 Stockwerke die Stiegen hochgelaufen und so außer Atem gekommen. Da merkt man meist erst wie wichtig bewusstes Atmen ist.

Im Folgenden findest du den zweiten Teil des Interviews mit Herrn Magister Peter Zellermayer über die für uns alle sehr wichtige Bedeutung des bewussten Atmens für unsere aktive Gelassenheit und vor allem unsere bessere Gesundheit.

Teil 1 des Interviews findest du hier.
Wie erkenne ich, ob ich ruhig und gelassen, oder stressig atme?

Teil 2: Bewusstes Atmen ist mehr als Luft in die Lungen hineinzuziehen. Die Auswirkung auf die Stoffwechselvorgänge

Interview von Rick Wagner (RW) mit Herrn Magister Zellermayer (PZ).

Peter Zellermayer

Magister Peter Zellermayer

Herrn Magister Peter Zellermayer ist langjähriger Experte für Gesundheit,
Berater für betriebliches Gesundheitswesen, Vitalitätstrainer, zertifizierter HRV-Coach (HRV= Herzratenvariabilität) Was ist HRV?

Da unser Gespräch viele nützliche und ausführliche Informationen liefert, habe ich es in drei Teile (drei Blog-Artikel) gegliedert.

RW: Herr Magister Zellermayer, sie hatten vorhin die Stoffwechselvorgänge, die zur Atmung gehören, angesprochen. Meine Frage dazu war, ob das nicht recht komplex und kompliziert ist.

PZ: Überhaupt nicht. Es ist eigentlich ziemlich logisch. Man sollte sich damit ein wenig beschäftigen. Denn damit wird einem die Bedeutung über bewusstes Atmen erst so richtig klar.

Beginnen wir mit dem Wunderwerk Lunge.

 Wunderwerk Lunge

Wunderwerk Lunge

Bewusstes Atmen ist mehr, als Luft in die Lungen hineinzuziehen und dann wieder herauszudrücken. Im Idealfall nehmen Sie so viel Luft auf, wie Ihre Lungen fassen können.

Tiefes Atmen ist eine reinigende und ganzheitliche Erfahrung. Wenn Sie diese Erfahrung bewusst einmal gemacht haben, werden Sie staunen, welch intensive und energetisierende Wirkung bewusstes Atmen hat.

RW: Aber viele Menschen haben keine tiefe Atmung?

PZ: Ja, eigentlich leider. Die wenigsten Menschen atmen so. Die meisten nutzen nur einen Teil ihres Lungenvolumens, und selbst wenn sie ein bewusstes Atmen versuchen, gelingt es ihnen nicht, es ganz auszuschöpfen.

RW: Das verstehe ich jetzt nicht ganz.

PZ: Um zu verstehen, warum das so ist, braucht man etwas Grundlagenwissen über die Funktionsweise und den Aufbau der Lunge. Die Hauptaufgabe der Lunge ist es, Sauerstoff in den Blutkreislauf hinein- und Kohlendioxid aus ihm herauszubringen. Je mehr Sauerstoff die Lunge abgeben kann, desto besser ist es für Ihre körperliche und seelische Gesundheit. Der Körper bewerkstelligt das, vereinfacht gesagt, indem er die Luft zwischen Atmosphäre und Lungenbläschen austauscht.

RW: Das verstehe ich, das klingt einleuchtend.

PZ: Die meisten Menschen, die viel sitzen, benutzen nur den oberen Lappen jedes Lungenflügels. Sie atmen oft, aber ihr Brustkorb bewegt sich dabei wenig bis gar nicht. Eine solche Atmung ist nicht nur ineffizient, sondern sie lässt sogar den größeren Teil der Lunge unversorgt mit frischer Luft.

RW: Und wie ist das bei sportlichen Menschen?

PZ: Vor allem bei etwas sportlicheren Leuten, ist die „mittlere Atmung“ (oder Brustatmung), üblich, mit der das Lungenvolumen besser ausgeschöpft wird. Dabei zieht sich die Zwischenrippenmuskulatur zusammen und bewegt die Rippen nach außen und nach oben, so dass mehr Luft in die Lungen gelangen kann. Aber immer noch gelangt in die Hälfte der Lunge keine frische Luft.

RW: Was kann man da tun?

PZ: Nur bewusstes Atmen, das heißt bei Tiefenatmung, der sogenannten Vollatmung, wird das gesamte Lungenvolumen ausgenutzt. Die Lunge füllt und entleert sich mit jeder Ein- und Ausatmung. Natürlich bewegt auch hier die Zwischenrippenmuskulatur die Rippen nach oben und nach außen, doch beim bewussten Atmen, der Tiefenatmung zieht sich auch das Zwerchfell zusammen und gibt Raum nach unten. Darüber hinaus erreicht man mit tiefer Atmung auch den wenig benutzten unteren rechten Lungenlappen und kann dann die größtmögliche Menge verbrauchter Luft ausatmen.

RW: Wie wichtig es ist denn, diese verbrauchte Luft auszuatmen?

PZ: Zweifellos gibt es nichts Besseres als frische Luft. Normalerweise bleibt jedoch nach dem Ausatmen etwas Luft in den Lungen oder den Luftwegen zurück. Diese verbleibende Luft wird Totraum genannt. Wenn wir davon ausgehen, dass ein Mensch im Schnitt sechs Liter Luft pro Minute einatmet, dann bedeutet das auch, es sind anschließend sechs Liter verbrauchte Luft auszuatmen. Bei einem durchschnittlichen Totraum von 150, können wir ziemlich schnell die Auswirkungen der verschiedenen Arten von Atmung sehen.

Ich habe hier eine kleine Übersichtstabelle:

(Anmerkung: Wenn dich die Zahlen im Detail interessieren, dann findest du die Tabelle hier.)

RW: Mit diesen Zahlen wird ein Laie wie ich nichts anfangen können. Da bitte ich sie mir diese Tabelle näher zu erklären.

PZ: sehr gern. Ein Mensch mit einer extrem flachen Atmung, der 40 Atemzüge pro Minute machen müsste, würde keine verbrauchte Luft ausatmen und bald nicht mehr unter uns weilen. Ein typischer Vertreter der „Flachatmer“ atmet nur eine geringe Menge der verbrauchten Luft aus und benutzt seine Lunge höchst ineffektiv.

RW: Was wäre denn eine ideale Atmung?

PZ: Ideal für die normale Atmung sind etwa 12 Atemzüge pro Minute. Durch tiefes, langsames, bewusstes Atmen mit noch größerem Volumen  treten Ruhe und Entspannung ein. Wenn die tiefe Atmung (Vollatmung) ganz natürlich kommt und geht, bringen Sie nicht nur die größtmögliche Menge Sauerstoff in Ihren Körper hinein, sondern Sie atmen auch die größtmögliche Menge verbrauchter Luft wieder aus.

RW: Ist das nur Theorie, oder praktisch auch möglich? Ist bewusstes Atmen eigentlich eine Kunst?

PZ: Langsames, bewusstes Atmen ist keine wirkliche Kunst. Ein in Wien sehr beliebter volkstümlicher Theaterschriftsteller hat einmal gesagt: Kunst ist das, was man nicht kann, weil was man kann ist „ka Kunst“. Also man muss nur wissen, wie es geht, damit ist es  selbstverständlich möglich. Es geht hier wirklich um bewusstes Atmen.

RW: Sie meinen Johann Nestroy? Ja der hat viele volkstümliche Weisheiten  niedergeschrieben. Mit „ka Kunst“ meinte er wohl im Wiener Dialekt, was man weiß und kann, ist einfach. Herr Magister Zellermayer, wie kann ich bewusstes Atmen am besten und einfachsten lernen?

PZ: Dazu sollten sie drei Faktoren beachten, die ihre Atmung beeinflussen:
Gewohnheit, Körperhaltung und Technik.

RW: Körperliche Gewohnheiten können wahrscheinlich nicht so einfach geändert werden?

PZ: Genau, eine falsche Gewohnheit kann oft nicht ohne weiteres korrigiert werden. Flaches Atmen über längere Zeiträume hinweg führt zu einer Schwächung des Zwerchfells und der Bauchmuskulatur (die die Atmung unterstützt); dadurch funktionieren sie nicht mehr richtig

RW: Ja, das kenne ich aus eigener Erfahrung. Und ich nehme das als Hinweis, dass ich wieder regelmäßig meine Buchmuskeln trainieren sollte. Ja, ich weiß, Gewohnheiten ändern ist nicht einfach. Wie wirkt sich denn die Körperhaltung auf die Atmung aus?

PZ: Selbstverständlich spielt auch die Körperhaltung eine wichtige Rolle. Selbst wenn die Schultern nur leicht nach vorn fallen, verringert sich das Volumen des Brustkorbs; das führt dazu, dass man eher mit seinen oberen Anteilen, das heißt flach, atmet als mit den Rippen und dem Zwerchfell.

RW: Wie wäre eine optimale Körperhaltung für die Atmung?

PZ: Korrigieren Sie Ihre Haltung, und Erstaunliches wird geschehen. Dehnen Sie Ihren Brustkorb: Größere Mengen Luft strömen in die unteren Lungenabschnitte, umgekehrt werden mehr Abfallstoffe hinausgeschafft, und die Spannung der Muskeln im Bereich von Magen und Rippen lässt nach. Und sobald diese Spannung nachlässt, atmen Sie automatisch richtig.

Anmerkung: Du findest auf diesem Blog auch einen Artikel zur Körperhaltung.

RW: Und mit der richtigen Körperhaltung bin ich dann beim optimalen bewussten Atmen?

PZ: Na, ja, teilweise. Selbst wenn Sie Ihre Körperhaltung ändern und sich auf tiefes bewusstes Atmen konzentrieren, sind Sie noch etwas von wirklich effizienter Vollatmung entfernt. Denn was wir bislang diskutiert haben, ist gerade mal das Prinzip vom richtig bewussten Atmen. Über die Techniken sollten wir auch noch sprechen.

RW: Ah, ja, sie sprachen von drei Faktoren für bewusstes Atmen.
Gewohnheit und Körperhaltung hatten wir schon. Was können Sie meinen Lesern und mir zur Technik sagen?

PZ: Jetzt schlage ich eine kleine Pause vor. Gehen wir kurz vor die Tür, um ein paar tiefe Atemzüge in frischer Luft zu nehmen.

Ende Teil 2 des Interviews.

Liebe Leserin, lieber Leser, jetzt haben wir noch mehr über richtiges und bewusstes Atmen gelesen. Ich bin jetzt noch mehr beeindruckt, was man eigentlich darüber wissen sollte.

Hier der LINK direkte Zugang zum dritten und letzten Teil des Interviews mit Herrn Magister Peter Zellermayer, dem Gesundheitsexperten.

Teil 3: Wirksames Atmen mit richtiger Technik leicht gemacht.

Und hier findest du Teil 1 der Interviewreihe:
Wie erkenne ich, ob ich ruhig und gelassen, oder stressig atme?

Ich freue mich natürlich wie immer auf eure Beiträge und Kommentare.
Wendet ihr schon bewusstes Atmen an?

Auf Wiederlesen und Servus aus Wien
Rick

Ein Gedanke zu „Bewusstes Atmen

  1. Pingback: Mit der richtigen Technik lernst du schnell dein wirksames Atmen.

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